Drogen - Episode 1 - Wie bin ich dazu gekommen

#1 Drogen – Wie bin ich dazu gekommen

Herzlich Willkommen zu der ersten Episode von Sucht&Ordnung. In dieser Folge erzähle ich Euch wie ich zu Drogen gekommen bin. Welche Einflüsse haben dazu geführt? Wie alt war ich? Womit ging das Ganze los? Vor meiner ersten Berührung mit Drogen war ich sportlich sehr aktiv. Radsport, Laufen, Basketball oder Fußball, war genau mein Ding. Doch anstatt der eventuellen Karriere im professionellen Sport, startete ich langsam aber stetig meine Laufbahn als professioneller Drogenkonsument.

Alles begann auf der Oberschule in Berlin. Ich war 13-14 Jahre alt. Wie es eben so ist in Berlin, wer ist der Coolste? Kann man dazu gehören? Wie zeige ich den Anderen, dass ich es drauf habe? Also abgesehen vom Ausdauerport wo ich damals dominierte. Da alle um mich herum gekifft haben, ging es also eher darum wer die dicksten bzw.meisten Tüten raucht. Mein Onkel und seine Kollegen habe ich zu der Zeit auch mal dabei beobachtet, wie sie sich die Lunten durchgezogen haben. Sie haben gelacht und waren super entspannt. Ich habe nur das Positive gesehen und dachte mir sofort – das will ich auch.

Dann habe ich mir Kippen gekauft und angefangen zu Rauchen. Um meine Lunge gut auf den bevorstehenden Umgang mit dem Rauch vorzubereiten. Nach langem „Training“ und etlichen inhalierten Kippen war es dann soweit – das erste Mal Kiffen – Trommelwirbel – ich habe kaum etwas gemerkt. Das war ziemlich ernüchternd und nicht im Ansatz so toll wie ich es mir vorher ausgemalt habe. Paar Wochen später hat mein Kumpel dann mit seinen Jungs paar Joints vernichtet und ich dachte mir, da ich eh Nichts merke, ich rauche mit. Basko, so hieß der junge Mann, hat mir dann einen Shoot gegeben.

Mit einem Shoot definiert man den Vorgang, wenn Jemand einen dicken Zug vom Joint nimmt, man über die Hände eine Art Rauchkanal baut, da man sich mit den Lippen ja eher nicht zu Nahe kommen möchte, und derjenige den Rauch dann in meinen Mund pustet. Lange Rede kurzer Sinn, danach war ich high as fuck. Fand ich sehr geil und ab diesem Zeitpunkt war Kiffen nun mein Ding. Kurze Zeit später kam dann auch das regelmäßige Bierchen dazu, getreu dem Motto „Ein Bier und Joint und der Tag ist dein Freund“. Für den ein oder Anderen vielleicht unvorstellbar, aber in meiner Generation war bzw. ist das gängiger Alltag.

Irgendwann sind wir dann nach Brandenburg gezogen. Meine Eltern dachten dort würde ich behüteter aufwachsen. Allerdings haben Sie die Rechnung ohne die gute alte Langeweile gemacht. Ich habe dort genauso konsumiert wie in Berlin auch und sogar noch mehr. Und wie es so ist, mit dem Mischkonsum, irgendwann kommen immer neue Komponenten hinzu. Eines Tages kam dann wer mit einem Beutel Speed um die Ecke. Wir gingen dann in eine dunklere Ecke und das Licht ging quasi auf. Auf einmal konnte ich selbst bestimmen wie wach ich sein möchte. Kiffen, Ziehen und Saufen im stetigen Wechsel war das täglich Brot meiner Schulzeit (traurig aber wahr). Abends habe ich mir schon den Kopf meiner Bong gefüllt, um diesen Stress nicht direkt nachdem Aufstehen zu haben, wo ich den Kopf dann als morgendliches Ritual verköstigt habe. 

Um richtig verzaubert zu sein, durften natürlich Magic Mushrooms nicht fehlen. Eine ganz andere Ebene wurde mir da eröffnet. Alle Zusammenhänge dieser Welt erschienen auf einmal klar erkennbar und alles war total harmonisch. Wie es dann halt so ist, jedes Wochenende wurde Mischkonsum betrieben.

Als nächstes kam die Liebe in mein Leben – Extasy! Ich habe die Welt und jeden Ihren Bewohner geliebt und umarmt. Naja bis auf die Neonazis, die es zu dieser Zeit noch zu auf gab. Das war das erste Mal das ich von chemischen Drogen richtig drauf war. Ich habe es gefeiert und ich hab auf Techno gefeiert. Auch Sex auf Extasy ist unvorstellbar gut. Das ging soweit das ich sogar ein halbes Jahr lang jeden Tag mindestens eine Pille konsumiert habe. In der Peakzeit waren es sicher 7-8 Stück in der Nacht.

Nun war der Zeitpunkt erreicht, ich war auf einem guten Weg, professioneller Drogenkonsument zu werden. Jeden Tag etwas Anderes konsumiert und alles gleichzeitig. Ich habe mich fast jeden Tag aus dem Leben geschossen. Und nebenbei bis zu 9 Gramm geraucht. Habt ihr eigentlich auch so exzessiv konsumiert?

Dann endlich mein 18ter Geburtstag. Mein Onkel, meine damalige Bezugsperson und einer meiner Kifferkollegen hat mir das wohl wertvollste Überraschungsei geschenkt was ich mir zu diesem Zeitpunkt vorstellen konnte. Ein Überraschungsei voller Kokain. Rückwirkend betrachtet ziemlich verrückt, damals war es ein Traum. Ich muss dazu sagen, er hat mir verantwortungsvoll noch dazu geraten damit aufzupassen und nur erst mal eine Nase zu ziehen.

Ich habe dann auf einer Wiese das erste mal Koks konsumiert. Wir haben das weiße Zeug wie Gold behandelt und die Wirkung war goldig. Sowas habe ich vorher noch nicht erlebt. An diesem Abend war ein Fest dort in der Nähe und ich habe natürlich den letzten der rar fahrenden Busse in Brandenburg verpasst. Aber das war überhaupt kein Problem. Ich strotzte ja vor Energie und bin dann mal eben die 8 km nach Hause gejoggt um danach festzustellen dass ich immer noch hellwach bin. Das war aber nicht so schlimm, ich habe dann wie gewöhnlich meine eigene Technoparty gefeiert. Kopfhörer auf, Welt aus. Rückblickend war es eine krasse Zeit.

Aktuell bin ich 34 Jahre alt. Was wiederum heißt das ich nun seit 20 Jahren Drogen konsumiere wenn auch nicht mehr so durchmischt und so exzessiv. Aber erst jetzt möchte ich anfangen ein drogenfreies Leben zu führen. Viele fragen mich ob ich es bereut habe, ganz ehrlich – nein das habe ich nicht. Ich wäre nicht der der ich bin, hätte ich das nicht alles erlebt. Mein Ehrgeiz und meine Zielstrebigkeit basiert auch auf dem Gedanken, das ich mich irgendwann auf meinem Weg gefragt was ich aus diesem Leben machen möchte. Werde ich Drogenjunkie der in der Gosse landet? Ich habe mir gesagt „Nein“ ich werde mein Leben verändern.

Wie sieht das bei Euch aus? Konsumiert ihr regelmäßig und erreicht Ihr eure Ziele trotz dessen? Ich persönlich kriege das schwer unter einen Hut. Ich bin gespannt auf eure Reaktionen.

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