Alkohol - eine der Substanzen, die Fays konsumierte

#2 Alkohol, Tabak, Kokain – Drugtalk mit Faysi

Herzlich Willkommen zur zweiten Episode von Sucht & Ordnung. In dieser Folge habe ich mein erstes Interview geführt. Zu Gast war mein langjähriger Freund Fays. Ich habe mit ihm darüber gesprochen wie er zu Drogen gekommen ist und welchen Einfluss diese auf sein alltägliches Leben haben. Vorher möchte ich Euch ganz kurz Fays vorstellen. Er ist Gastronom und leitet ein Restaurant mitten im Hotspot von Berlin. Ständiger Druck und Umgang mit Alkohol (hier gehts zur Alkohol-Episode) begleiten seinen beruflichen Alltagstrott.

Wie bist du zu Drogen gekommen?

Ich war 16-17 Jahre alt und bis dahin ein ambitionierter Tennisspieler, welcher viel Zeit in den Sport investierte. Eine Profikarriere sollte der nächst folgende Schritt sein. Irgendwann kam ich über Freunde zu der ersten Zigarette, welche ich als meine Einstiegsdroge bezeichne. Wenn sich Zigaretten in Händen von Jugendlichen befinden, sind meist auch Alkohol in Form von Bier oder Biermischgetränken nicht weit entfernt. Das waren die ersten Drogeneinflüsse in meinem Leben. 

Ich unterscheide in diesem Podcast nicht zwischen legalen oder illegalen Drogen. Das Abhängigkeitspotenzial von gesellschaftlich akzeptierten Drogen, wie z.B. Alkohol, wird meiner Meinung nach zu häufig unterschätzt.

Wie ging es dann weiter?

Als nächstes folgte der erste Kontakt mit Cannabis. Ich hatte immer großen Respekt davor, allerdings war meine erste richtige Freundin eine Kifferin. Und wie es dann so ist, ist ein Kontakt mit einem Joint fast unausweichlich. Allerdings fing es bei mir direkt mit einem ausschließlich mit Gras gefüllten Blunt an. Ab diesem Zeitpunkt ging die Entwicklung relativ schnell in die Richtung Dauerkonsument. Der Tag wurde mit einem Joint oder einem gut gestopften Köpfchen aus der Wasserpfeife gestartet.

Hast du Lieblingsdrogen?

Zum einen Cannabis, nicht nur wegen der entspannenden Wirkung sondern auch wegen dem ganzen Drumherum. Man trifft sich, raucht und lacht oft mit Freunden. Genauso verhält es sich bei dem Alkoholkonsum. Wohingegen Kiffer keiner Fliege was zu Leide tun oder wild in Gegend herum kotzen. Ich habe im Laufe der Zeit allerdings eine Paranoia aufgebaut und deshalb aufgehört habe regelmäßig zu Kiffen. Trotz dessen bin ich für die Legalisierung von Cannabis. Meine weitere Lieblingsdroge ist Kokain. Bei meinem ersten Versuch Kokain zu konsumieren war ich auf einer Hausparty von Freunden. Die haben mir zuerst eine Line Backpulver gelegt, welche ich dann durch die Nase gezogen habe und vergeblich auf eine Wirkung gewartet hab. Beim zweiten Versuch habe ich anstatt die Substanz in die Nase zu ziehen, die Line, durch Ausatmen mit der Nase vom Tisch gepustet. Beim dritten Anlauf hat es funktioniert und ich war plötzlich kommunikativer, allgemein „gepushter“ und die Wirkung vom Alkohol hat sich verringert. Kokain habe ich öfter dafür genutzt um den Alkoholrausch zu kontrollieren und um in bestimmten Situationen besser zu funktionieren.

Denkst du man wird jemals richtig clean?

Seit einem halben Jahr kokse ich wieder, aber zuvor war ich 1 ½ Jahre lang abstinent. 6-7 Bier muss ich abends allerdings trinken damit ich beruhigt einschlafen kann. Natürlich geht das auch manchmal ohne Alkohol, nur habe ich dann schon einige Nächte schlaflos und verschwitzt im Bett verbracht. Aber ich differenziere mein Konsumverhalten zu dem eines Pegelalkoholikers. Trotz dessen bin ich guter Dinge dass ich bald einen drogenfreien Alltag führen werde und habe mich daher vor 3 Monaten dazu entschieden, eine Therapie zu machen. Ich mache mir große Vorwürfe, wenn ich Rückfälle habe. Wenn ich mir Koks gekauft habe und rückfällig wurde, kam es schon des Öfteren dazu das ich nach der ersten Nase den Rest des Koks, aufgrund von einem schlechten Gewissen, in der Toilette heruntergespült habe. Ich weiß aber auch ganz genau dass es nicht viel bringt, mit Blick auf die Zukunft, zu hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Das gehört zu einer Sucht dazu und ist völlig normal. Es geht darum so schnell wie möglich wieder mit dem Aufhören anzufangen und seine Ziele zu verfolgen.

Was haben Drogen in deinem Leben zerstört?

Der möglichen Sportlerkarriere stand mein Lifestyle der letzten 11 Jahre mit Sicherheit im Weg. Aber ansonsten bin ich jemand der sehr ehrgeizig ist und seine beruflichen Ziele erreicht.

Was kannst du dem Drogenkonsum Positives abgewinnen?

Ich möchte die vielen wunderbaren Momente nicht missen, die ich auf Drogen hatte. Wie z.B. als ich das einzige Mal in meinem Leben exzessiven Mischkonsum betrieben habe, wo ich und meine Freunde auf dem Teufelsberg illegal Boxen aufgestellt und eine Party gefeiert haben. Dieser Abend war wohl der Beste meines Lebens. Auch Sex auf MDMA würde ich als ein Feuerwerk der Gefühle beschreiben. Ich wurde sehr streng erzogen und die Welt, in der eher „Love and Peace“ ausgelebt wird, hat so manches Vorurteil in meinem Leben wiederlegt.

Sind Drogen deiner Meinung nach in der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Drogen werden meiner Meinung nach nicht nur von, in „Parallel-Welten“ lebenden, Hippies oder den Obdachlosen auf der Straße konsumiert. Nein mittlerweile ist es so, das vom Börsenmakler bis zur Bäckereifachverkäuferin viele Leute versuchen mit z.B. dem gegenwärtigen Leistungsdruck umzugehen oder diesem für ein paar Stunden zu entfliehen.

Wir sind uns einig dass der Drogenkonsum uns beide im Thema Selbstreflexion und Weltoffenheit die Augen geöffnet haben.

Wofür bist du dankbar?

Für die beste Familie und die besten Freunde die man sich wünschen kann. Mein Freundeskreis besteht aus Leuten die Drogen konsumieren und zu gleichen Teilen auch aus Menschen die damit rein gar Nichts zu tun haben, wie z.B. auch meine aktuelle Freundin. Ich bin dankbar dafür jeden dieser Menschen in meinem Leben zu haben und das Diese immer für mich da waren. Ich appelliere daran offen mit Problemen umzugehen und wünsche mir, dass Dealer ihren Scheiß bitte nicht an Kinder verkaufen. 

Den ausführlichen Drugtalk könnt ihr euch natürlich im Player anhören und über eure Gedanken als Kommentar würde ich mich freuen.

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