#17 Gras ist Lenno´s Lieblingsdroge

Herzlich Willkommen zur 17. Episode von Sucht&Ordnung. Heute zu Gast ist mein ehemaliger Arbeitskollege und Freund Lennardt. Wir haben uns über eine Fotoagentur kennengelernt und er hat mich dieses Wochenende besucht. Er hat kein Suchtproblem aber konsumiert auch gerne mal z.B. Gras und möchte mal seine Sichtweise kund tun. 25 Jahre ist der Gute alt und wir fangen einfach mal an.

Wie bist du zu Drogen gekommen?

Bei mir hat es mit Alkohol im Alter von 15 Jahren angefangen, sowie es so Viele ähnlich erlebt haben. Mit 18 habe ich dann das erste Mal Gras geraucht und bin dadurch auch zu Zigaretten gekommen. Mit ca. 19 Jahren habe ich dann angefangen regelmäßig Gras zu Rauchen und an meinen 19. Geburtstag auch das erste Mal Ecstasy probiert. Daraufhin kamen auch die ersten Lines Speed und Kokain in mein Leben. Des Weiteren habe ich auch meine Erfahrungen mit LSD gemacht.

Ich war immer ein sehr sportlich aktiver Mensch bzw. auch aktuell spiele ich noch Fußball in der Kreisliga. Ich habe in meiner Jugendzeit bei einem der Top 3 Vereine aus Schleswig Holstein gekickt und auch eine Zeit lang Kickboxen im Verein betrieben. Mein größter Gegner ist die Nikotinsucht, die ich unbedingt bekämpfen möchte da ich eh an einer Lungenkrankheit leide und das Rauchen da nicht gerade förderlich ist. Aktuell rauche ich eine halbe bis ganze Schachtel am Tag, weiß aber das ich damit in Zukunft aufhören werde. Wenn ich auf Koks oder Speed bin, habe ich teilweise auch 2 Schachteln in der Nacht geraucht.

Welche ist deine Lieblingsdrogen?

Gras. Ich belohne mich abends des Öfteren mit einem Joint zum Entspannen. Weiß aber auch dass ich nicht sonderlich produktiv bin wenn ich schon morgens an freien Tagen mit einem Joint starte. Diese Zeiten sind bei mir auch vorbei. Es ist wichtig sich jeden Tag kleine Ziele zu setzen. Dadurch fühlt man sich gut und man muss nicht Gras oder andere Drogen konsumieren um Glückshormone auszustoßen. Das geht auch auf anderen Wegen, man muss nur wissen wie.

Glaubst du dass man jemals clean werden bzw. einen verantwortungsvollen Umgang wieder erlernen kann?

Auf jeden Fall glaube ich das, aber ich habe mich selbst auch noch nie als süchtig gesehen. Ich verspüre selten den Drang mich weg schießen zu müssen allerdings ist mein Freundeskreis sehr Drogen affin und ich kann sehr schlecht nein sagen. Dadurch kommt es häufiger mal dazu dass ich konsumiere. Und teilweise bereue ich den Konsum auch ziemlich schnell danach, ich weiß aber auch dass sich darüber abfucken nicht viel bringt.

Was rätst du deinen Freunden bei Rückfällen?

Alleine ist es immer eine schwere Sache und ich rate  jedem, sich Menschen zu suchen die einen pushen und unterstützen. Das motiviert, fördert den Zusammenhalt und die Wahrscheinlichkeit aus schlechten Phasen heraus zu kommen ist höher. Ich habe Speed teilweise gezielt einsetzt um mich bei Computer oder Playstation Spielen zu pushen. Der Konsum fördert meine Konzentrationsfähigkeit und somit finde ich diesen nicht verwerflich. 

Das kenne ich auch von damals als ich gezockt habe. Ich habe z.B. Fifa gezockt und in vielen Halbzeiten „Doping“ betrieben.

Was hältst du von der Prohibitionspolitik?

Dadurch dass so viele Drogen illegal sind, lernt man auch öfter Leute kennen die grundsätzlich schlechte Einflüsse sein können. Wenn man z.B. zu seinem Gras-Dealer geht, sitzen da auch manchmal Leute die chemische Drogen verkaufen oder fragen ob man auch was ziehen möchte und Vieles mehr.

Mir persönlich geht bei diesem Thema auch diese Doppelmoral in Bezug auf Alkohol ziemlich auf den Sack. Denn Alkohol ist mit einer der gefährlichsten Drogen überhaupt, was einige Studien belegen. Dann finde ich es nicht cool, dass so Viele mit dem Finger auf Menschen zeigen die z.B. Gras rauchen, welches von vielen Experten als deutlich harmloser eingestuft wird. Schon seit Ewigkeiten werden ganz viele verschiedene Drogen von verschiedensten Völkern konsumiert aber Alkohol wird als kulturelles Ding dargestellt und es wird sogar Werbung dafür gemacht. Das ist nicht mehr zeitgemäß, da sind wir uns beide einig.

Was hältst du von Mischkonsum?

Den betreibe ich auch relativ häufig denn meistens führt eins zum Anderen. Wenn du zu besoffen bist, klärst du dir was zum Ziehen um wieder besser klar zu kommen. Wenn du gezogen hast, hast du auch oft Bock was zu Trinken. 

Hat der Drogenkonsum was in deinem Leben zerstört?

Ich wüsste nicht was, außer dass ich denke wenn ich weniger gekifft hätte, dass ich deutlich aktiver gewesen wäre die letzten Jahre. Eher positive Erfahrungen habe ich mit Drogen gemacht, wie z.B. als ich LSD genommen hab und mir dieser Trip dabei geholfen hat Geschichten aus meiner Vergangenheit aufzuarbeiten. Allerdings ging der Trip so lange, dass ich dachte ich komme nicht mehr runter. Da hatte ich dich doch noch angerufen ob du mir Tipps geben kannst. Drogen sind nur was für Leute die mit sich im Reinen sind.

Weiß deine Familie dass du Drogen konsumierst?

Nicht in dem vollen Ausmaß wie ich es betrieben habe, aber ansonsten gehe ich sehr offen damit um. In meinem Freundeskreis konsumiert eh jeder, die Einen mehr und die Anderen weniger aber jeder hat seine Erfahrungen mit Drogen gemacht.

Was möchtest du den Hörern von Sucht und Ordnung mitgeben?

Sei dankbar für dein Leben. Wenn du dankbar bist, zerstörst du deinen Körper nicht freiwillig mit Drogen und wenn du Drogen konsumierst, dann bitte bewusst.

Dem kann ich mich nur anschließen.

Beste Grüße, Roman

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