Drugtalk mit DJ Klangpusch

#12 Drugtalk mit DJ Klangpusch

Herzlich Willkommen zu Sucht und Ordnung. Heute ist es die 12. Episode in der DJ Klangpusch für einen Drugtalk zu Gast war. Wir haben uns im Meisterstübchen, einer Kneipe, in Berlin zu einen Gespräch über Drogen getroffen wie in jedem Drugtalk. Er ist Techno-DJ, legt viel in Berlin auf und kennt die Szene. 26 Jahre ist der gute Jung und hat mit 14 angefangen Musik zu machen.

Wie bist du zu Drogen gekommen?

Wie viele Andere hab ich mit 14 Jahren die ersten Kontakte mit Alkohol und Zigaretten gehabt. Ein Sixer Curuba und ich war rotzevoll. Jeden Freitag auf die Piste, der ganz „normale“ erste Kontakt mit Drogen, mit 16 mal ein bisschen gekifft und mit 18 kam dann im Club das erste mal Speed in mein Leben. Speed, Koks, Emma, Teile, Cannabis, Ketamin, Alkohol und Zigaretten gehören in meine Drogenvita. Vor nicht all zu langer Zeit vor diesem Drugtalk habe ich das erste Mal Keta ausprobiert. Der Rausch gefällt mir sehr gut, es ist wie betrunken sein nur ohne Schwindelgefühl oder Brechreiz.

Ich habe Ketamin noch nie konsumiert aber ich erinnere mich an meine Zeit, als ich oft Teile gefressen habe und meine privaten Techno-Partys gefeiert habe. Drogen und Kopfhörer auf, dies kennt er natürlich zu gut.

Ich bin nur dazu gekommen, da es seit 2 Jahren in der Technoszene groß im Kommen ist und ich damit immer wieder konfrontiert wird. So wie eigentlich mit allen Drogen der Techno-Club-Szene. Wenn man mal Drogen konsumiert und mit Freunden Spaß hat, ist Drogenkonsum relativ harmlos. Sobald man allerdings anfängt Drogen öfter und vor allem für einen bestimmten Zweck zu nehmen oder um etwas damit zu verdrängen, wird’s langsam problematisch. Das kennt ich auch. Irgendwann habe ich jedes Wochenende vor, während und nach jedem Auftritt konsumiert und die Menge wurde immer größer. Bis ich mich auch irgendwann gefragt hab, wie soll das weiter gehen? Auch wenn ich natürlich funktionieren muss aber die Lösung kann es ja nicht sein, ständig zu ballern. Vor allem mit der Perspektive den Job als DJ bis 50-60 zu machen. In was für einem Zustand wäre ich wenn ich das solange durchziehe oder wie sehe ich dann aus?

Was sind deine Lieblingssubstanzen?

Emma ist meine Lieblingsdroge. Dieses gute Gefühl ist einfach unbeschreiblich schön. Im Allgemeinen liebe ich das an der Techno-Szene. Dieses menschliche Miteinander, alle feiern zusammen und haben sich lieb. Auch wenn jeder sein Päckchen im normalen Leben zu tragen hat, in der Zeit im Club ist es eine große Liebe. Diese Gemeinschaftsgefühl hat mich schon immer fasziniert.

Was ich auch gut aus meiner Teilezeit kenne. Es war immer alles sehr harmonisch und liebevoll.

Leider ist Suchtverlagerung wieder ein Thema, welches auch bei mir allgegenwärtig ist. Zur Zeit möchte ich so selten wie möglich Speed konsumieren und merke halt, wie ich dadurch deutlich mehr trinke. Auch vom Cannabiskonsum möchte ich mehr Abstand gewinnen. Ich „nutze“ deinen Podcast (gerade den Drugtalk) auch dafür, mich mehr damit auseinander zu setzten. Es ist schon ein Erfolg immer seltener Drogen zu konsumieren und die Kontrolle zu behalten. Selbstreflexion ist ein ganz wichtiges Thema für mich. Wenn ich was angeboten bekomme, frage ich mich, ob ich Bock auf die Wirkung hab und denke eben nicht: Hauptsache ballern.

Berlin ist die Stadt des Techno in Deutschland. Einige Leute die ich kenne, egal ob sie aus Berlin kommen oder hier manchmal feiern, die Meisten sind sich einig, nirgendwo kann man solange und so viel auf Techno feiern. Die Partys in Berlin sind endlos lang. Es gibt zum Teil Leute die gehen Donnerstag in einen Club und kommen Dienstag dort erst wieder raus. So unüblich ist das nicht.

Was denkst du, wie viele Menschen im Club auf Drogen sind?

Damals dachte ich jeder Dritte ist hier mindestens druff. Von 200 Leuten, würde ich schätzen, sind 175 Leute unterwegs, wie man so schön sagt. Drogen und Techno gehören fast zusammen. In anderen Musikgenres verlagert sich das Ganze bisschen anders. Auf Schlagerevents wird mehr gesoffen und im Hip Hop mehr gekifft. Chemische Drogen haben da nicht ganz so viele Anhänger, was auf jeden Fall auch mit dem Effekt der Droge zur Musik zu tun hat. Viele Substanzen pushen den Effekt und die Wahrnehmung der Musik.

Weiß deine Familie, dass du Drogen konsumierst?

Ja, ich bin ein sehr offener Mensch und er lüge nie. Mein Vater ist gestorben an den Folgen von Alkoholkonsum als ich 2 Jahre alt war. Meine Mutter hat in meinem Zimmer, als ich 22 war, Speed in seiner Schublade gefunden, hat aber relativ locker darauf reagiert. Ich hab ihr in einer Art Drugtalk erklärt, dass es jeder macht um überhaupt solange wach bleiben zu können. Auf alle Einzelheiten bin ich nicht eingegangen und weiß nicht wie es in meiner Mutter aussieht aber sie hat rein informativ gefragt und nicht den prügelnden Zeigefinger raus geholt. Dadurch, dass sie mitbekommt, dass ich mit meiner Musik erfolgreich bin, konnte sie es ein Stück weit mehr akzeptieren, denke ich.

Wie sieht es mit deinem Freundeskreis und Drogen aus?

Jeder meiner Freunde konsumiert eigentlich irgendwas. Damals hatte man das Gefühl, man würde was verpassen, wenn man nicht mitmacht. Man verpasst auch was aber was man verpasst, kann man eigentlich auf jeder Party immer wieder haben also verpasst man eigentlich auch wieder Nichts. Es gibt auch noch ältere Freunde die keine illegalen Drogen konsumieren, aber mit denen hat man dann auch weniger zu tun. Gar nicht absichtlich, das ist öfter mal eine natürliche Entwicklung. Unterbewusst folge ich den Drogen. Neulich bin ich mit Jemanden im Auto mitgefahren, der war schon 3 Tage wach. Ich wusste das nicht aber hab auch gar nicht so intensiv drüber nachgedacht. Das war natürlich eine super verantwortungslose Geschichte. Leider gibt es solche Situationen viel zu oft, dass einige Leute hemmungsloser durch den Konsum werden und Auto fahren. Rückblickend betrachte ich es, wie gesagt als sehr verantwortungslos. In Betracht auf mich selbst, auf die Leute die man mitnimmt und für alle Leute die am Straßenverkehr teilnehmen.

Hast du einen Ratschlag für unsere Hörer oder für jüngere Leute?

Es ist sehr schwer für mich, jemanden Ratschläge zu erteilen weil ich ja selbst konsumiere. Seid immer ehrlich zu euren Freunden oder zu Menschen dir ihr lieb habt! Auch was den Konsum angeht. Denkt darüber nach was ihr tut und reflektiert euren Umgang mit Drogen. Das ist mein Ratschlag.

Danke Dennis, da kann ich mich nur anschließen und möchte dem beifügen – seid in aller erster Linie ehrlich zu euch selbst. Das ist ganz wichtig. Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare/ Gedanken zur Heuteigen Episode und wünsche euch einen ganz tollen Tag. Im nächsten Drugtalk ist Adriano von Rushsleepcrackrepeat dabei (einfach hier klicken).

Beste Grüße, Roman

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