Heroin - Episode 11

#11 Heroin

Empfehlungen

In dieser Episode geht, es wie die Überschrift schon verrät, um die hochpotente Substanz Heroin. Wir gehen auf die Geschichte der Substanz ein und ihr habt die Möglichkeit eine Menge zu erfahren. Auch für mich, der mit Opiaten nie etwas zu tun hatte, war die Recherche zu Heroin schon mega interessant. 

Zu Beginn gibt es wie immer ein paar Empfehlungen welche ich euch hier verlinke:

Wer Hip Hop interessiert ist, kennt Bogy, einer der realsten Leute die ich vor der Kamera aber auch im echten Leben jemals gesehen habe. Er spricht dort mit bekannten Künstlern wie Sido, Savas, Massiv; Harris und Vielen mehr über ihre Musik und Themen aus aller Welt. Ich hätte nie gedacht, dass ich euch jemals RTL2 vorschlagen würde, und wahrscheinlich kommt das auch nie wieder vor. Aber die Sendung hartes Deutschland zeigt Junkies und Obdachlose aus dem ganzen Land und ich finde dieses Format sehr informativ. Solltet ihr euch mal angucken.

Zurück zum Heroin. Auch hier hab ich ein paar weiterführende Links, falls ihr tiefer in die Materie gehen wollt:

Herzlich Willkommen zur 11. Episode Sucht&Ordnung

Zuerst einmal möchte ich aber Danke sagen für euren Support. Damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe Heroin wenig Kontakt in meinem Leben gehabt. Wir, also mein Freundeskreis und ich, hatten mehr mit Cannabis, Koks, Pilzen und Speed zu tun. Einmal habe ich es aber konsumiert aber dazu später. Vielen Dank erst mal an Drugscout und Drugfactory an dieser Stelle. Ich konnte beide gut für meine Recherchen nutzen. Was gibt es zur Substanz zu sagen? Heroin ist ein chemisches Produkt welches zur Gruppe der Opiate gehört. Es wird aus dem Roh-Opium gewonnen, welcher vom Schlafmohn generiert wird und woraus Heroin hergestellt wird. 1873 wurde die Substanz das erste Mal halb-synthetisch hergestellt. Bayer hat dann 1899 Heroin als Hustenmittel raus gebracht.

Heroin ist weiß, creme oder braun farbenes Pulver, welches sowie eigentlich jede chemische Droge, oft gestreckt wird. Der Reinheitsgrad auf der Straße liegt unter 10 % bis 40 % bei braunem Heroin. Bei weißem Heroin geht der Reinheitsgrad bis zu 70% hoch. Der Durchschnitt in Deutschland ist zwischen 5% – 30%. Coffein, Paracetamol, Milchpulver, Talkum und viele weitere Streckmittel werden häufig verwendet um mehr Gewinn zu generieren. Vor 10 Jahren wurde Heroin eine Zeit lang mit Anthrax vermengt, welches zu Milzbrand-Infektionen geführt hat. Daran sind manche Leute gestorben. An Heroin sterben leider öfter Menschen. Ein häufiger Grund dafür ist, dass manche Konsumenten aufhören und dann ihre Toleranzgrenze schwindet, sie aber genauso viel konsumieren wie beim letzten Mal, wenn sie dann rückfällig werden. Nicht umsonst spricht man öfter vom goldenen Schuss. Heroin wird oft auch Hero, Age, Brown Sugar, Braunes, Material oder Shore genannt.

Wie wirkt Heroin?

Grundsätzlich macht die Dosis das Gift und der Reinheitsgrad ist natürlich auch entscheidend. Es wirkt ziemlich zügig, zumindest wenn man es intravenös konsumiert. Wenn man es schnupft dauert es ein paar Minuten. Der Trip geht ca. 2-5 h in der Regel. Es ist eine euphorisierende Droge. Heroin hat eine ausgleichende, schmerzlindernde und beruhigende Wirkung. Es löst Ängste, also alle Sorgen treten in den Hintergrund und man fühlt sich wohl. Leute die ich gefragt habe sagen: Es ist eine Decke des Wohlfühlens die sich über Einem legt. Und genau darin liegt auch die Gefahr, dieses trügerische Geborgenheitsgefühl führt oft zur Abhängigkeit. Weitere Auswirkungen sind das der Stoffwechsel herabgesetzt wird, die Darmtätigkeit ebenso und die Herzfrequenz verlangsamt wird. Langzeit Nebenwirkungen hat Heroin natürlich wie jede Droge auch. Die starke psychische und körperliche Abhängigkeit ist eine prägende Nebenwirkung. Bei häufigen Konsum kann, dass man weniger Bock auf Sex hat.

Des Weiteren wird die Darmtätigkeit sehr eingeschränkt. Gerade das Absetzen von Heroin ist besonders hart wegen der Abhängigkeit. Viele leiden dann unter massiven Schlafstörungen, sind sehr gereizt oder werden depressiv. Die körperlichen Entzugserscheinungen wirken sich durch Durchfall, Brechreiz, Krampfanfälle und Schmerzen im Magenbereich aus. Nach einer Woche ungefähr sind diese vorbei. Der Film Trainspotting beschreibt es ganz gut. Das macht einer einen Entzug. Er hat 3 Eimer – einen zum Pissen, einen zum Scheißen und einen zum Kotzen. Heroinsucht ist eine Zwangsstörung, also eigentlich lebt man nur noch dafür diese Substanz konsumieren zu wollen was natürlich auch massiven Einfluss auf das soziale Leben hat. Viele zwischenmenschliche Beziehungen werden deutlich vernachlässigt und dies sorgt oft für Einsamkeit. Auch die Beschaffungskriminalität ist eine nicht zu-verachtende Folge von süchtigen Menschen.

Wie wird Heroin konsumiert?

Das bekannteste Bild, welches die Meisten von Heroin-Junkies haben, ist wie sie das Heroin auf einem Löffel erhitzen und sich mit einer Spritze in eine Vene jagen. Viele nutzen einen Gürtel um den Blutfluss zu unterbrechen um die Vene besser zu sehen. Thrombose, Abszesse und Hämatome sind häufige Folgen von falscher Anwendung. Man kann es auch inhalieren, Schore rauchen wie man sagt. Wenn man es so zu sich nimmt, ist die Wirkung langanhaltender aber nicht so intensiv. Dann gibt es noch den intranasalen Konsum, also das Hero durch die Nase ziehen. Hier ist die Wirkung auch länger aber auch das Risiko einer Überdosis höher. Zudem gibt es noch den oralen Konsum, welcher nicht sehr verbreitet ist. Also in Tablettenform wird es dann konsumiert und zu guter Letzt kann man auch den analen Weg wählen, dazu nimmt man die Spritze ohne Nadel und schiebt sich diese in den Arsch.

Dies hat den Vorteil, dass es schnell wirkt und Uhreinheiten ziemlich schnell wieder ausgeschieden werden. Dies nennt sich Analinjektion. Wenn man Heroin mit Downern zusammen konsumiert, wie Alkohol, Ketamin und Benzos, kann dies zu komatösen Zuständen führen. Und zu lebensbedrohlichen Atem- und Herzlähmungen kommen. In Verbindung mit Kokain, das Ganze nennt man Speedball, kann es zu verschiedenen Wechselwirkungen kommen. Die Euphorie intensiviert sich und mögliche Angstzustände verringern sich. Die Wirkungen können sich allerdings auch stark überdecken, sodass vom Koks nichts mehr zu merken ist. In Verbindung mit Crack werden die Lunge und das Herz stark belastet sodass dies zum Herzinfarkt führen könnte. Heroin in Verbindung mit Ecstasy, Pilzen oder LSD wurde als unangenehm empfunden, mehr ist dazu nicht rauszukriegen.

Meine Erfahrung mit Heroin

Meine einzige Erfahrung mit Heroin hat sich zur Bundeswehrzeit zugetragen. Wir sind steil gegangen und ich war betrunken. Ich wollte unbedingt koksen aber hatte nichts. Eine ältere Frau hat mich dann irgendwann mit auf die Toilette genommen und mir eine Line gelegt. Ich war total voll und hatte mich schon ein wenig gewundert warum das Zeug braun ist. Weil ich noch nie braunes Koks gesehen habe. Es war natürlich kein Koks. Der Turn war genauso wie ich es vorher beschrieben habe. Ich war mega euphorisiert und alles war mir egal. Der Turn ging mega lange und es war ehrlich gesagt das Schönste was ich je erlebt habe.

Da kommt auch Kokain nicht ran. Ich dachte mir am nächsten Tag das war so unfassbar schön, das ist zu geil, das ist mir zu gefährlich. Das willst du sonst immer erleben. Ich habe mir gesagt: Davon lässt du die Finger Dicker und das habe ich dann auch getan.Zur Substitution habe ich noch gar nichts gesagt. Das bedeutet so viel wie eine Substanz durch eine Andere zu ersetzten. Heroinsüchtige kriegen z.B. Methadon als Ausgleichs-Droge und damit sie nicht so krass leiden. Die Menge wird mit der Zeit reduziert so dass man im besten Fall irgendwann drogenfrei werden kann. Leider machen diese Ausweichsubstanzen oft auch mega abhängig aber dazu werde ich separate Episoden für euch an den Start bringen.

Zu guter Letzt habe ich noch Filmempfehlungen für Euch:

  • Trainspotting 1+2
  • Die Kinder vom Bahnhofzoo
  • Requiem for a dream
  • L.A. Confidential
  • Heroin

Herzlichen Dank, dass du dir die Beiträge bis hierher durchliest. Wenn dir die Episode gefallen hat, dann lass doch gerne ein Kommentar hier.

Beste Grüße, Roman

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