Crack

#13 Crack war sein Ding Drugtalk mit Adriano von RushSleepCrackRepeat

Herzlich Willkommen zur 13. Episode Sucht undOrdnung. Heute zu Gast Adriano von RushSleepCrackRepeat (hier gehts zu seinem Podcast), einem meiner Partner. Er startete mit dem Gedanken ein digitales Tagebuch zu führen, da er davon ausgeht das er immer mehr von seiner damaligen Zeit vergessen wird. Die meiste Zeit in seinem Leben Crack konsumiert, Kokain nur wenn er keine Möglichkeit hatte, Crack zu organisieren.

Welche Drogen hast du schon konsumiert?

Mit 15-16 hatte ich angefangen zu rauchen und an den Wochenenden Alkohol getrunken. Wie es dann auch oft so ist, wird die Palette immer größer. Zu erst kam das Weed dazu, dann Speed, Dinger, Salvia und dann Mushrooms. Ich habe lang Speed geballert hat da ich am Band gearbeitet hat und der Konsum meine Leistung voll gefördert hat. Irgendwann kam das Koks, da konnte ich entspannter und schneller einschlafen als auf Speed.

Da ich selbst keine Ahnung von Crack habe, wie genau wird Crack aus dem Koks hergestellt?

Man packt Koks auf einen Löffel und macht noch Natriumhydrogenkarbonat mit hinzu, auch bekannt als Backpulver. Dann backt man das Ganze mit bisschen Wasser auf. Es wird dann ölig und dann tupft man es mit einem Stab ab. Dadurch entsteht direkt der reine Crackstein. Das kannst du dann auch nicht mehr durch die Nase ziehen. Den kann man dann nur noch rauchen.

War Crack deine „Lieblingsdroge“?

Es ist wie eine Hassliebe die sich sehr schnell entwickelte. Die Wirkung ist ähnlich ist wie beim Kokain ziehen, nur ein bisschen intensiver und deutlich direkter. Während des Auspustens bist du schon voll drauf. 2-3 Minuten vergehen bis zum Höhepunkt der Rausches und nach 5-10 Minuten war es das dann auch schon mit dem Effekt. Crack war seine Lieblingsdroge aber auch sein größter Feind. Ich bin ganz schnell dem unkontrollierten Muster verfallen.

Bei mir war es mit dem Kokain ähnlich. Zum Anfang war es eine Kapsel die man sorgfältig über mehrere Tage konsumiert hat. Das hat sich soweit entwickelt das die erste Kapsel irgendwann auf 3 Lines aufgeteilt wurde und somit der Abend erst angefangen hat.

Wird man jemals richtig clean? Was meinst du?

Also ich denke clean ja. Wenn man willensstark ist kann man es schaffen nie mehr zu konsumieren. Aber geheilt wird man meiner Meinung nach nie sein. Diese Suchtkrankheit wird nie einfach weggehen. Wir werden ewig Suchtkranke bleiben und es ist ein täglicher Kampf gegen das Verlangen. Natürlich mal mehr und mal weniger.

Ich war neulich mit einem Kumpel und meiner Freundin auf dem Weihnachtsmarkt. Nach 1 h ca. war er gut besoffen und ich habe mitbekommen wie er in seinem Handy nach Nummern gesucht hat um Koks zu klären. Ich habe ihn dann beiseite genommen und ihn gefragt was das soll und das er doch weiß das ich aufhören will. Meine Freundin hat ihm dann das Handy weggenommen aber er hat sich trotzdem was klar gemacht. Wäre meine Freundin nicht da gewesen, wäre ich ganz sicher rückfällig geworden. Gebt gerade in der Anfangszeit Acht drauf mit wem ihr unterwegs seid.

kleine Anekdote

Wie gehst du mit Rückfällen um?

Ich bin jetzt seit 2 Jahren clean aber damalige Rückfälle habe ich natürlich akzeptiert. Ich habe eingesehen, dass ich eine Krankheit habe und Rückfälle (Hier gehts zur Rückfall Episode) immer dazugehören können. Man darf sich nur keine Vorwürfe machen.

Was würdest du machen wenn ein guter Freund einen Rückfall hat?

Ich würde versuchen das Warum zu klären und darüber sprechen wollen. Allerdings wenn jemand sagt, dass er Bock hatte und Spaß haben wollte, was soll man dann sagen? Solange er Drogen nicht konsumieren um Probleme des Alltags zu verdrängen gibt es da meiner Meinung nach, wenig zu zu sagen. Man soll Drogen nicht konsumieren wenn man einen schlechten Tag hatte.

Welchen Einfluss hat und hatte dein Freundeskreis auf Dich im Bezug auf dein Konsumverhalten?

Ein halbes Jahr nach meinem Entschluss aufzuhören, hatte ich das erste Mal wieder meine alten Freunde gesehen. Es war mir auch sehr wichtig einen klaren Schnitt zu machen. Man kann nicht einfach eine Substanz weglassen und erwarten, dass es dann einfach so läuft. Außerdem bin ich weggezogen, in eine andere Gegend und hat habe meine Vaterrolle angenommen, die ich vorher vernachlässigt habe. Nun sind wir mehr mit anderen Pärchen und vor allem auch mehr mit meinen Eltern unterwegs. Als ich meine alten Freunde wiedergesehen habe, ist mir aufgefallen, dass ich mich verändert habe. Ich hatte auch keinerlei Interesse daran, zurück in mein altes Leben zu kehren.

Wie stehst du zum Mischkonsum?

Ich war immer der K.O.-Typ. Also ich hab mich immer weg geschossen bis nichts mehr ging. Crack geraucht, war dann davon zu aufgeregt um zu Zocken, dann habe ich Joints geraucht um runter zu kommen und immer so weiter. Ich habe auch immer geraucht bis das Auge zittert. Ich hab mal 2 blaue Pillen bekommen und bin beim Pissen auf Toilette eingepennt. So viel zum Thema Mischkonsum.

Ich selbst war meist auch immer der, der die meisten Partys gar nicht mitbekommen hat weil ich schon rotzevoll dort angekommen bin und am Ende auf dem Klo oder irgendwo lag.

Was hat die Sucht, neben den Gehirnzellen, in deinem Leben zerstört?

Meine Lunge ist durch das Rauchen kollabiert und geplatzt. Ich musste 3 Wochen intensiv behandelt werden. Mein Herz hat Probleme davon getragen. Ich muss mittlerweile täglich Medikamente gegen Bluthochdruck nehmen. 12 Zähne mussten entfernt werden. Unabhängig von den gesundheitlichen Folgen, habe ich teilweise verpasst sein Kind aufwachsen zu sehen. Ich habe meine Arbeit verloren und immer ein wenig meine Frau und meine Familie vernachlässigt. Crack, wie Koks auch, ist auch einfach ein teures Hobby und hat auch was das angeht viele negative Begleiterscheinungen.

Was möchtest du den Hörern von Sucht und Ordnung auf den Weg mitgeben?

Bewusst Drogen zu konsumieren kann Spaß machen solange man reflektiert an die Sache herangeht, Konsumpausen einhält und nicht aus Frust oder Angst konsumiert. Drogen sollten nicht konsumiert werden um etwas zu verdrängen oder weil man Gruppenzwang hat. Probiert es mal aus wenn ihr das möchtet aber achtet auf Euch und euren Konsum. Macht nicht die selben Fehler die wir gemacht haben!

Vielen Dank Adriano! Wenn es euch gefallen hat, dann lasst doch gerne ein Kommentar hier oder abonniert und liked aus Instagram.

Beste Grüße, Roman!

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