Stress - Episode 19

#19 Stress- Wie er sich auf Suchtkranke auswirken kann

Herzlich Willkommen zur 19. Episode Sucht und Ordnung. Ich habe über Instagram eine Abstimmung gemacht ob ich eine Folge zu dem Thema Stress machen soll und die Mehrheit war dafür. Und vor allem auch viele Leute, die schon lange dabei sind. Ich habe das Thema neulich in einer meiner Therapiesitzungen behandelt und möchte euch daher ein bisschen mitnehmen.

Was ist eigentlich Stress?

Laut Definition ist Stress nichts anderes als eine erhöhte Anspannung körperlicher oder seelischer Art. Grundsätzlich ist er nichts Schlechtes. Damals hatte der Mensch bei Angriffen oder wenn er Hunger hatte Stress. Das Großhirn wurde ausgeschaltet und er hat instinktiv gehandelt. Heute hat man Stress eher durch Arbeit, Reizüberflutung, Konflikte mit Mitmenschen, Schicksalsschläge oder durch permanente Überforderung. Schon wenn man vor die Tür geht, wird man mit Werbung überflutet. Das Gleiche passiert wenn man den Fernseher anmacht oder die Zeitung liest.

Welche Auswirkungen hat er?

Magenprobleme in verschiedensten Formen, Angespanntheit, innere Unruhe, Allergien, Herzkreislauferkrankungen oder Depressionen und Vieles mehr können dadurch ausgelöst werden. Erste Anzeichen sind oft verändertes Essverhalten oder Schlafstörungen. Z.B. wenn man morgens keine Zeit für Frühstück mehr hat oder abends im Bett liegt und sich die ganze Zeit den Kopf zerbricht.

Welche Arten gibt es?

Es gibt 2 verschiedene Arten, Langzeit- und Kurzzeitstress. Wenn man z.B. einen wichtigen Termin hat und vorher angespannt ist, sich aber der Stress nachdem Termin auflöst, ist das Kurzzeitstress. Oder Hunger ist ein gutes Beispiel dafür. Wenn ich Hunger habe, werde ich teilweise zum richtigen Arschloch. Langzeitstress wurde bei mir häufiger durch die Arbeit ausgelöst. Ich habe mir den Stress natürlich auch oft selbst gemacht weil ich Anerkennung und ein Stück weit Bestätigung wollte aber habe mich damit oft überfordert.

Ich habe meine Grenzen auch viel zu wenig beachtet und darauf folgte dann meist die Frustration. Zudem habe ich mir zu selten Auszeiten genommen. Fragt euch öfter mal wie viel Stress ihr habt und wie ihr das händelt. Ich habe Stress oft mit Drogen versucht zu regulieren oder mich am Wochenende weg geschossen.

Ich muss lernen auf mich aufzupassen

Aktuell ist mein Leben nicht sehr stressig und daher fehlt mir auch irgendwas. Außerdem habe ich sonst in meiner Freizeit viel konsumiert, auch dies ist wegfallen und ich habe noch mehr Freizeit. Gerade weiß ich noch nicht so recht was ich damit anfangen soll. Zum Anfang habe ich erst mal mein Leben genossen, viel gezockt und viele Serien geguckt. Dann hatte ich meine produktive Phase was Sucht und Ordnung angeht. Diese hält auch immer noch an aber ich muss aufpassen, dass ich nicht wieder in alte Muster verfalle.

Wenn ich arbeite und mich irgendwas stresst und ich mich aufrege muss ich aktuell sehr drauf achten das ich dann eine Pause mache und aus der Situation komme. Eine gewisse Zeit Abstand davon nehme und mich erst einmal wieder beruhige.

Ich und viele andere Konsummenschen greifen oft zu Substanzen weil sie Stress haben. Raucher z.B. machen oft Pausen um kurzzeitig dem Stress zu entfliehen, was eine gute Art ist um kurz Abstand zu gewinnen. Ich habe öfter gekokst um wieder besser zu funktionieren und um mich ein bisschen zu betäuben.

Was kann ich tun um meinen Stresshaushalt zu regulieren?

Ich persönlich achte aktuell darauf wieder eine Morgenroutine zu erlernen. Zu meinen krassen Koks-Zeiten habe ich z.B. meine Körperhygiene teilweise sehr vernachlässigt. Ich bin aufgestanden und direkt los zur Arbeit ohne zu duschen oder zu frühstücken. Nun gucke ich das ich morgens wieder bisschen Sport mache und dann dusche und esse um wieder eine Struktur rein zu bekommen.

Was kann ich tun um meinen Stresshaushalt zu regulieren? Sich immer wieder Auszeiten nehmen und sich reflektieren. Wie geht es mir eigentlich gerade? Solche Fragen sollte man sich häufiger stellen und diese nicht verdrängen. Wenn man auf Arbeit von einem Kunden genervt ist, 5 Minuten Pause machen. Denn ansonsten wird der folgende Kunde voraussichtlich darunter leiden. Das macht ihm und einem selbst keinen Spaß. Ich kann auch nur jedem empfehlen öfter an die frische Luft zu gehen. Das tut wirklich gut. Einfach mehr Aktivitäten nachgehen, die man gerne macht wie Fußball, Basketball oder Fahrrad fahren. Es gibt da viele Möglichkeiten sich zu beschäftigen. Ein beschäftigter Geist kommt weniger auf dumme Gedanken.

Um nochmal auf Leute zurück zu kommen, die gerade dabei sind clean zu werden. Gerade wir sollten darauf achten dafür zu sorgen uns von Stresssituationen fern zu halten bzw. diese vorzubeugen. Uns einfach auch nicht zu hohe Ziele zu setzen, dann lieber viele Kleine. Ich habe mich auch direkt wieder überfordert und bin nun erst mal 4 Stufen zurück gefahren. Und das tut mir sehr gut. Ich hoffe ich konnte euch bisschen bewusst machen mehr auf euch zu achten und freue mich über Feedback zu dieser Folge.

Beste Grüße, Roman

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