Bundeswehr

#31 / 3 Die Zeit bei meinen Großeltern und der Bundeswehr

Weiter geht es mit dem dritten Teil in dem ich mich von Fays interviewen lasse. Thema heute Großeeltern und Bundeswehr. Viel Spaß dabei.

Du bist zu deinen Großeltern gezogen…

Genau, ich hatte meine Bude in Berlin verloren. Habe dann ein paar Tage bei meinem Onkel gewohnt. Da gab es einen Gang bis zur Couch und rechts und links war kein Platz. Dann bin ich zu meinen Großeltern, die mich mit offenen Armen empfangen haben. Die haben mich geliebt und sich  auch gefreut, dass ich wieder öfter da bin. Dort habe ich auf der Couch gewohnt. Stell dir das so vor, du kommst rein und links ist die sehr kleine Küche, geradeaus war ein sehr großes Zimmer, genannt Hofzimmer, weil es von da aus zum Hof ging.

Da hat eine Couch drin gestanden (meine alte Jugendcouch), ein Tisch, eine Verkaufstheke wie in ‘nem Laden und an den Wänden haben sehr viele Fahrräder gehangen, weil mein Opa ein Fahrradsammler war. Richtig verrückt. Eine sehr bescheidene Wohnung. Dann hast du zwei Zimmer die davon abgingen, einmal das Wohnzimmer und dann das Schlafzimmer, wo meine Großeltern drin geschlafen haben. Und ich habe halt in diesem Hofzimmer auf der Couch gepennt. In der Zeit dort habe ich weniger gekokst, dafür mehr gesoffen. Ich habe Harz 4 bezogen und habe einfach mein Leben gechillt.

Wie hast du dich dabei gefühlt, bei deinen Großeltern zu leben? Hast du dich dafür geschämt?

Nee, überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich habe mich gefreut wieder bei meiner Familie zu sein.

Weil der Wusch da war das dich jemand auffängt?

Möglich. Allerdings war ich zu der Zeit auch mega verpeilt. Ich hab mich einfach darüber gefreut ein Dach über dem Kopf zu haben. Und meine Großeltern zu haben, Leute die ich liebe. Und mein Onkel war auch ständig da, mit dem bin ich ja eh immer gut klar gekommen. Gefühlstechnisch war das Zuhause.

Nach der schwierigen und der sehr verrückten Zeit mit dem ständigen Umziehen bist du dann da angekommen wo du dich sehr heimisch gefühlt hast?

Auf jeden Fall.

Wie ging es dann da bei deinen Großeltern weiter?

Also Velten war ja schon weit weg und Kremen ist noch mal 20km weiter, also immer mehr in die Pampa. Meistens war ich nur in Kremen zum ausnüchtern. In der ersten Zeit war ich noch viel in Berlin bei Andi zu Hause, weil wir da halt geballert haben. Da gab es halt das Koks. Dort hab ich jemanden kennen gelernt, da haben wir noch Rap Texte geschrieben, der hieß Tommy. Mit dem haben wir immer bei den Nachbarn von Andi gechillt. Das war in so einem Hinterhof Karree, wo die in einer Pattere Wohnung gewohnt haben. Wir haben uns dann da jeden Tag eingeladen, wer Gras bei hatte konnte sozusagen rein kommen. Das war auch eine verrückte Zeit, viel gekokst, gesoffen und Extasy genommen. Da bin ich hart abgedreht. Jemand der dort einen Ladenbetrieb hat, hat seinen Stoff gerne bei jemand anderem im Keller gebunkert. Irgendwann hat er mir das mal anvertraut, was für ein Fehler.

Auf einmal hatte ich 30 Extasy-Tabletten. Ich habe bei dem so ‘nen bisschen die Regale aufgefüllt, dafür hat er mich immer so ‘nen bisschen bei seinem Koks mitziehen lassen. Ich konnte mir sowas natürlich nicht leisten, ich war ja Harz4ler. Der hat harte Paranoia geschoben und sich sogar mal im Laden in die Hose gemacht. Zu der Zeit gab es da auch eine die hieß Juli. In der Zeit war ich so abgefuckt und hab gedacht ich muss meinen kaputten Kopf nach außen zeigen und hab mir von ihr ein Schachbrettmuster auf den Kopf rasieren lassen. Dann habe ich mir noch eine Augenbraue abrasiert und eigentlich wollte ich mir noch den halben Bart wegrasieren, aber das habe ich mich dann irgendwie nicht getraut.

So bin ich dann rum gelaufen. Und um nochmal auf die 30 Pillen zurück zu kommen, es hat keine 3 Tage gedauert dann waren die weg. Selbst gefressen und mit Andi und dessen Mitbewohner geteilt. Die haben in einer ein Zimmer Wohnung zu zweit gelebt. Die sah aus, man könnte das als Messiartig bezeichnen. Die Wohnung war befüllt mit allem möglichen Scheiß, wurde nicht aufgeräumt oder sauber gemacht, dementsprechend hat die auch gerochen. Es gab da gerade mal einen freien Gang bis zu den Couches und ab und zu wurde der Tisch mal bei Seite geschoben damit ich mir da mal ne Matratze hinlegen konnte. Das hat im Nachhinein viel dazu beigetragen das ich zu dem Entschluss kam mein Leben ändern zu wollen. Weil so wollte ich nicht enden.

War das sozusagen ein kleiner Wachrüttler? Der Antrieb vielleicht mal die Notbremse zu ziehen.

Unterbewusst ja.

Ich komme dazu zurück dass ich einen Kumpel Tommy kennen gelernt habe. Wäre ich nicht öfter in Kremen gewesen und hätte da Anschluss gefunden, wäre ich bei Andi versumpft.

In wie fern hat es dich bewahrt vor dem versumpfen, dass du in Kremen warst?

Wir hatten da unser Gammler Leben, haben viel gekifft. Zu der Zeit wieder echt viel, ich habe das Kiffen ja damals auch geliebt. Tommy war aus meiner Sicht nix besonderes, weil ich ja in Berlin ziemlich multikulti groß geworden bin, aber für Kremener Verhältnisse war der der bunteste Hund im Dorf, weil der Schwarz war. Wir sind dann ja öfter mal durch die Gegend gelaufen und da ist uns wieder mal Rassismus begegnet. Später auf dem Fußballplatz haben wir dann Simon und Peter kennen gelernt. Simon hat bei uns im Haus gewohnt, oben in der obersten Etage mit seiner Freundin Steffi und Peter war ein Kumpel von denen.  Peter und ich konnten gut Fußball spielen, wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Kathi hat auch in dem Haus gewohnt, mit der bin ich dann zusammen gekommen. Das war keine große Liebe, ich war zu der Zeit nicht sehr wählerisch. Es hatte sich eine sehr unempathische Art entwickelt, ich wollte den ganzen Tag druff sein und abends muss gefickt werden. Und was andere Leute fühlen ist mir scheißegal. Nur meine Bedürfnisse befriedigen. Das war natürlich ein bisschen doof auf der Couch von meinen Großeltern im Hofzimmer. In diesem Zimmer haben wir immer viel gesoffen, weil wir ja Zeit hatten, Harz4 Life.

Da dein Großvater ja eh eine Vorliebe für das trinken hatte, kann ich mir vorstellen dass es auch niemanden groß gestört hat, wenn ihr da gesoffen habt.

Das war da völlig normal, mein Opa hat sowieso getrunken. Er hat immer gesagt nur nicht vor 12. Auf  jeden Fall habe ich dann durch Kathi ein bisschen das Dorf gezeigt bekommen, durch sie habe ich dann auch die anderen Leute kennen gelernt. Bis es dann irgendwann so war das ich nicht mehr in diesem Hofzimmer schlafen wollte. Hinten bei denen im Garten stand ein Wohnwagen, so ‘nen alter Queck Junior. Und so wie alles bei uns gepflegt war, war auch dieser Wohnwagen gepflegt. Nämlich wenig bis gar nicht. Aber da war ein bisschen Privatsphäre. Also hab ich mir ne Kabeltrommel genommen und habe vom Hofzimmer aus ein Kabel gespannt, was durch das Fenster über den Hof ca. 30m verlief und hab die dann in den Wohnwagen gepackt. Hab mir dann ne Matratze da rein gelegt und meinen Fernseher rein gestellt.

Also der Wunsch in seinen eigen 4 Wänden zu sein war da und Not macht erfinderisch.

Absolut. Wir haben da drin auch gerappt, Tommy und ich. Fern von Gut und Böse, high wie 300, voll wie Pisspötte. Ich hab sogar meine Oma dazu überredet, dass sie mit rappt. Der krankste Scheiß überhaupt, wir haben einfach ne Menge Spaß gehabt. Bis das dann mit meinen Opa anfing, weil er Spritti war, was man halt irgendwann gemerkt hat.

Tommy war an Weihnachten bei uns und wir waren alle ziemlich besoffen, auch mein Opa. Der hat dann irgendwann gemeint: “Feiern hier die Muselmanen mit uns!“ Eigentlich ist der  nicht rechts, aber wollte dann im Suff irgendwie den Übernazi raus hängen lassen. Wir haben uns dann krass gestritten und Tommy hat sich dann auch angegriffen gefühlt. Das heißt mein Alkoholiker Opa und mein Alkoholiker Kumpel haben sich an Weihnachten fast die Köpfe eingeschlagen. Bis wir dann meinen Opa ins Bett geschickt haben, aber das ganze Fest war im Arsch.

Wie hast du dich dabei gefühlt?

Es war eine Katastrophe. Ich hab ihn ja mitgebracht. Die einzige die gelitten hat war meine Oma. Und ich habe mir dafür die Schuld gegeben, was natürlich Blödsinn war. Tommy hat dann auch immer weniger mit uns abgehangen, auch auf Grund dessen. So was vergisst man nicht so schnell, wenn du an Weihnachten rassistisch beleidigt wirst von ‘nem alten Mann, der nicht mal mehr richtig Laufen kann. Daraufhin habe ich wieder viel mehr Zeit mit Peter und Simon und seiner Freundin Steffi verbracht. Allein schon weil die ja da mit im Haus gewohnt haben. Wir haben uns gut verstanden, haben viel gesoffen. Gekifft habe ich immer unten mit Peter, weil die anderen beiden nicht gekifft haben. Aber wir haben viel gesoffen, meine Leber ist in der Zeit hart angewachsen, vielleicht war das auch Einstiegskriterium beim Bund.

Eine Legendäre Geschichte möchte ich dazu noch erzählen. Wir waren mit meinem Onkel und meinem Opa, Hannemännchen einen Kumpel von meinem Opa im Nachbardorf besuchen. Der hat dann immer Kurze verteilt, ganz egal ob mein Opa noch Autofahren musste. Irgendwann hat er meinem Opa dann den Sprit weggenommen, als er gemerkt hat der ist voll genug. Wir durften weiter trinken, weil wir ja nicht fahren mussten. Der hat uns richtig abgefüllt. Zu Hause gab es dann richtig edel Assi Spagetti für 69cent, das hab ich dann gegessen und bin dann hoch zu Simon und Steffi weil wir später noch feiern gehen wollten. Da hab ich dann gemerkt wie voll ich bin und das ich mich übergeben musste. Hab mir die Seele aus dem Leib gekotzt und als das essen raus war, dachte ich mir klasse jetzt kannst du weiter saufen.

Wie bist du vom Harz4 aus Kremen raus zum Bund gekommen?

Dazu eine kleine Vorgeschichte. Ich hab mich irgendwann mal bei der Bundeswehr beworben, da ging langsam die Schule zu Ende und ich hatte keine Ahnung was ich machen sollte, also geh zur Bundeswehr. Als die dann erfahren hatten, dass ich nur einen Hauptschulabschluss habe, haben sie mich direkt abgelehnt. Sogar eine Absage von der Bundeswehr, wo man eigentlich hin geht, wenn man nix kann. Nicht böse gemeint, weil im Nachhinein hab ich dann gelernt das man da sehr viel können muss. Zu der Zeit gab es aber noch die Wehrpflicht die neun Monate ging. Dann wurde ich eingezogen, ich bin da nicht freiwillig hin gegangen.

Ich hab mich noch hart darüber aufgeregt, dass die mich erst nicht wollten und dann aber doch einziehen. Zum Glück bin ich dann nur nach Straußberg gekommen, nicht al zu weit weg von Berlin. Meine Oma hat sich total darüber gefreut, weil einer ihrer Brüder damals bei der Bundeswehr Karriere gemacht hat. Ich war selber auch stolz und hab die Familie stolz gemacht. Ich kam dann in die Grundausbildung bei der Luftwaffe. Ich bin dankbar dass die mich eingezogen haben, weil ich gerade hart davor war mein Leben zu verkacken. Die haben mir Disziplin bei gebracht. Jeden Morgen Sport, Zimmer sauber halten, schnelles rasieren. Das ist ne mega gute Masche um Rekruten bluten zu sehen, du hattest 3 Minuten um auf die Stube zu rennen, den Rasierer aus deinem Spind raus zu kramen, dich zu rasieren, alles wieder wegzuräumen und wieder runter zu rennen.

Die Disziplin scheinst du dann auch bitter nötig gehabt zu haben.

Ich hatte das Glück einen sehr sehr coolen Zugführer zu haben, Oberleutnant T. Der war ein harter Hund, aber fair und ein Sportfanatiker vom allerfeinsten. Als der gemerkt hat wie ich laufen kann, hat der sich auch gefragt warum ich so viele Zigaretten rauche.

Bisher sind wir noch gar nicht darauf gekommen. Also hast du während der ganzen Zeit auch Zigaretten geraucht?

Doch ja sehr viel, ich habe Kippen geraucht wie ein Schornstein. So dumm wie das klingt, ich kann die Harzies schon verstehen, da ist alles was du hast rauchen, saufen und fernsehen.

Der Oberleutnant T. hat uns beigebracht in Gleichschritt zu marschieren. Das musst du erstmal lernen, wenn sich da 30 Leute anfangen müssen synchron zu bewegen, ist das nicht so leicht wie es aussieht. Es gibt da einen Ehren Zug und ich war ein Teil davon. Er meinte ihr dürft euch ganz besonders Stolz schätzen, er leitete diesen Ehren Zug. Oberleutnant T. fragte dann in die Runde wie dieser Zug heißt und ich meinte dann nur „Sonderzug“ und er dann so „Der Sonderzug fährt nach Pankow. Rekrut Grandke!“ Ich habe gar nicht gecheckt was der meint. 

Das war eine Krasse Zeit und war auch nicht viel mit Alkohol. Klar wir durften raus, an den Wochenenden bin ich dann am frühen Freitagnachmittag immer zurück nach Kremen zu Kathi, bin dann eskaliert bis zum geht nicht mehr und Sonntagabend wieder rein. Beim Bund gibt es ein Offizersheim und ein Mannschaftsheim und da war dann abends immer Zeitvertreib, Bierchen trinken und so. Haben wir aber gar nicht so viel gemacht, weil wir halt mit dem Ehren Zug so viele Überstunden machen mussten. Da haben wir dann schießen gelernt, da war ich voll dabei, das war was Greifbares mit Perspektive.

Da wurdest du wahrscheinlich auch das erste Mal so richtig gefordert und konntest beweisen was du drauf hast. Hast Anerkennung erhalten.

Genau das. Und es klingt jetzt vielleicht ein bisschen naiv, aber was gibt es besseres als dem Vaterland zu dienen? Ich bin alles andere als rechts, aber es hat mich sehr mit Stolz erfüllt. Irgendwann bin ich dann Gefreiter geworden und nach der Grundausbildung werden alle verteilt auf ihre jeweiligen Hauptstandorte. Eigentlich sollte ich Fla-ra-ki werden (Flak Raketen Kanonier), irgendwo in der Nähe von der Ostsee. Da wollte ich aber nicht hin und habe mich stattdessen als Ausbilder für die Grundausbildung beworben. Das war gut für meine Disziplin und mein heutiges Denken, war blöd weil ich auf einmal so viel machen musste. Weil ich im Nachhinein erfahren habe das die Flarakies da oben gechillt und nur ein bisschen Geräte geputzt haben.

Wäre vielleicht auch nicht gut gewesen. Weniger Aufgaben, weniger Disziplin, mehr chillen…

Nein, da wäre ich noch besoffener geworden. Also es war schon gut so wie es war. Ich hab mich dann dafür entschieden Ausbilder zu werden und die haben mich auch genommen. Während des Bewerbungsgesprächs fragte mich der Hauptmann ob ich ein Problem mit Alkohol habe. Das habe ich natürlich verneint. Nächste Frage war dann: „Und ohne?“ Klingt witzig, war aber eine ernst gemeinte Frage. Da laufen viele Alkoholiker rum, weil eins kannst de wissen, beim Bund lernst de saufen!

Also bin ich dann Stationsausbilder bei der Bundeswehr geworden und an den Wochenenden immer noch zu meinen Großeltern. Mein Opa hat dann nicht mehr so viel Geld gehabt, hat aber weiterhin viel getrunken. Auf einmal hatte ich ja Sold vom Staat und hab denen dann immer den Kühlschrank vollgemacht. Das die was zu essen hatten. Irgendwann gab es da eine Situation bei meinen Großeltern, da hat mein Opa wieder am Rad gedreht und ich hab ihm dann seine Pulle hin gestellt und auf den Tisch gehauen und gesagt: „Du trinkst das jetzt alles aus, wenn du sowieso nur saufen willst trink die scheiß Pulle aus oder geh ins Bett!“ Da hat er dann die Fresse gehalten und ist ins Bett gegangen. Aber weg schütten durfte ich es auch nicht, habe ich mich auch gar nicht getraut.

Hast du diese Art Durchsetzungsvermögen beim Bund gelernt?

Ja, durchaus. Aber wir haben uns ja schon immer gestritten auch vor dem Bund, ich war ja eh immer ‘nen Rebell. Mein Opa hat mir aber auch viel beigebracht, der hatte immer einen Sonderstatus in meiner Gefühlswelt. Allerdings hatte er am nächsten Tag alles schon wieder vergessen und weiter gesoffen.

Du hast dann auch in gewisser Weise Verantwortung für deine Großeltern übernommen, sie Versorgt und so weiter…

Richtig, die hatten mich ja auch aufgenommen als es mir so richtig scheiße ging. Dementsprechend war ich auch sehr Stolz ihnen auch was zurückgeben zu können. Ich bin dann verantwortungsvoller gegenüber meiner Familie, Mir selbst und meinem Job geworden.  Ich musste ja auch, wenn du einen Befehl kriegst musst du dem nachkommen. Es sei denn es würde sich um Straftaten handeln oder gegen die Menschenwürde verstoßen. Ansonsten wird ein Befehl ausgeführt und danach gibt es Meldung. So wie es in jedem Unternehmen auch sein sollte. Nur dass man es da nicht Befehl nennt. Auf jeden Fall war ich dann Stationsausbilder und durfte das was ich gelernt habe weiter geben. Da habe ich das glaube ich auch her, dass ich immer gerne mein Wissen weiter gebe und motiviere. Das war auch ein Privileg für mich, anderen Erlerntes beizubringen.

Vom Alki, Drogenkonsumieren und nicht viel auf die Reihe bekommen plötzlich in der Position zu sein Leute auszubilden ist schon eine große Veränderung.

 Das hat auf jeden Fall schon viel ausgelöst. Aber wir haben da trotzdem weiterhin viel gesoffen, krasse Geschichten gibt es da zu erzählen. Von auf Tische kotzen, bis ins Bett von jemand anderem pissen während derjenige drin liegt war vieles dabei. Ich hatte bis dahin nie so was in meinem Leben gesehen, danach auch nicht mehr und ich werde es wahrscheinlich auch nie mehr vergessen. Trotz allem war es die wichtigste und beste Zeit meines Lebens. Mehr kannst du zwischenmenschlich nicht lernen, auch für dich selbst, deinen Instinkten zu vertrauen, Orientierung, sportlich, das war schon geil. Es gab einen Hauptmann der hatte in Berlin einen Blumenladen und das erste was ich nach der Bundeswehrzeit gemacht habe war da hin zu gehen und ihm den Dicken in die Kamera zu zeigen. Ich habe ihn gehasst. Und in der letzten Woche bevor ich ausgeschieden bin, wurde mir zumindest erzählt, wollte ich ihm im Hart Suff auf den Tisch kacken

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